Chronik - ASV "Petri Heil" 1926 e. V. Klein-Auheim

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Chronik

75 Jahre ASV





des Angelsportvereins „Petri Heil" Klein-Auheim e. V.

Der Angelsportverein "Petri Heil" (ASV) besteht in Klein-Auheim seit dem
7. Februar 1926.

Seine Grüdungsmitglieder waren Heinrich Bareiter, Peter Como, Gotthold Fengler, Josef Hartig, Martin Meinhard, Johann Sattler, Josef Schneider, Karl Schulte, Johann Welch, Johann Winter und Johann Zirkel. In den nächsten Versammlungen kamen die Mitglieder Karl-Alois Bauer, Karl Georg Bauer, Johann Brückner, Paul Eckrich, Georg Heck, Bernhard Köchling, Hermann Köchling und Karl Wolf hinzu.

Sinn der Gründung des Angelsportvereins war die Hege und Pflege des Fischbestandes und der Landschaft.

Es wurde ausschließlich im Main gefischt, bis man beschloss, ein eigenes Gewässer anzulegen und zu bewirtschaften. Am 2. September 1930 kaufte Karl Georg Bauer zu diesem Zweck im Auftrag des ASV von der katholischen Pfarrei Klein-Auheim die Wiese "in den Igelshellen gegen den Steinheimer Schutz" für damals 103 Reichsmark. Deren Lage war ideal am Waldrand mit einer eigenen Quelle und als Ablauf konnte der Hellenbach benutzt werden. Hier wurde ein Gewässer  in der Größe von 30 mal 15 Metern und ca. 2 Meter Tiefe ausgegraben.

Bei den Ausgrabungen wurde ein silbernes Pferd mit Reiter in der Größe von ca. 30 cm gefunden. Bisher wurde angenommen, dass diese Statue damals an ein Darmstädter Museum verkauft wurde. In 2000 versuchte der Verein, für sein Jubiläum in 2001 den Reiter als Leihgabe nach Klein-Auheim zu holen. Erstaunt musste man feststellen, dass alle Darmstädter Museen verneinten, den Reiter jemals aus Klein-Auheim erhalten zu haben. Der Verdacht liegt daher nahe, dass der Reiter damals eher an einen hiesigen Goldschmied verkauft wurde.

Neben dem Angelweiher wurde ein kleines Holzhaus erbaut und die Anlage mit Birken und Tannen bepflanzt. Von nun an wurden hier Preis-, Pokal- und Freundschaftsangeln ausgetragen und Feste gefeiert.

Mit Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 wurde diesem Vereinsleben ein jähes Ende gesetzt. Viele Mitglieder wurden zur Wehrmacht eingezogen. Die Anlage wurde in dieser Zeit von einigen älteren Mitgliedern weiter gepflegt. Ganz besonderer Dank gebührt dabei dem Mitgründer Karl Schulte.

1949 fanden sich einige wenige Mitglieder zusammen, um den ASV "Petri-Heil" wieder zum Leben zu erwecken. Es waren die Sportfreunde Paul Eckrich, Georg Heck, Max Höhne, Karl Jung, Friedrich Kaiser, Otto Kaiser, Hermann Köchling, Heinrich Schäfer, Josef Schmied, Karl Schulte und Karl Wesner.

Als erster neuer Vorsitzender wurde Friedrich Kaiser gewählt, der aber nach kurzer Zeit wegen Krankheit wieder ausscheiden musste. Die Nachfolge trat Otto Kaiser an, der mit viel Energie und Geschick den Verein zehn Jahre lang führte. Von den Festen, die der ASV in dieser Zeit veranstaltete, spricht man noch heute. Die Mitgliederzahl wuchs auf 100 an. Doch damit kam ein neues Problem auf den ASV zu: Man brauchte ein größeres Fischereigewässer und ein Vereinsheim.

Das alte Gewässer war zu klein und wurde verpachtet. Die Firma Ott & Wenzel war dem ASV bei der Gewässersuche behilflich. Durch Geländetausch und Kauf sowie durch Spenden von Ackerland von Mitgliedern konnte der ASV im Jahre 1952 mit dem Weiherausbau beginnen. Es wurde wieder eine schöne Anlage hergerichtet.

Ab 1956 war der ASV "Petri-Heil" Klein-Auheim in das Vereinsregister beim Amtsgericht in Seligenstadt eingetragen und damit "eingetragener Verein" (e. V.).

Ein großer Verlust traf den Verein in 1958 durch das Ausscheiden einer Gruppe von Mitgliedern. Am 02.12.1958 gründeten diese Mitglieder den Motorbootclub "Delphin" e.V. Klein-Auheim. Als neuer Vorsitzender des ASV wurde Karl Jung gewählt. Durch die gute Zusammenarbeit des Vorstandes ging es mit dem Verein wieder bergauf; der Verlust der vorher ausgeschiedenen Mitglieder konnte durch den Zugang von neuen Mitgliedern ausgeglichen werden.

1964 wurde durch Industrieabwässer der gesamte Fischbestand vernichtet; als Ersatz wurde das heutige Gewässer, der Flachsrosensee, angeboten. Wieder musste der Vorstand Geländetausch und -kauf vornehmen, um eine neue Sportanlage schaffen zu können.

So wurde im Jahre 1966 mit viel Eigenarbeit das heutige Anglerheim erbaut. Die neue Sportanlage entstand durch die Mithilfe der vieler Mitglieder, sowie der Fa. Ott & Wenzel und dem verstorbenen damaligen Bürgermeister Klein-Auheims und Ehrenmitglied Willi Rehbein.

1972 konnte zusätzlich, durch eine geschickte Verhandlungstaktik des damaligen Vorstandes, mit den Firmen TISTRA und Braun der gesamte heutige Klein-Auheimer See, früher Tistra-See, für die Sportangler des ASV gepachtet und damit erschlossen werden.

Im März 1975 wurde es einem Teil der Mitglieder des ASV möglich, das Angeln "am anderen Ende der Welt" kennen zu lernen. Auf Einladung der South African Anglers' Union flog eine Gruppe von fünf Anglern mit dem damaligen 1. Vorsitzenden Wilhelm Köchling zum Angeln nach Johannesburg, Südafrika. Ein Jahr später, im September 1976, erfolgte ein Gegenbesuch der südafrikanischen Mannschaft in Klein-Auheim.

Ebenfalls 1975 wurde ein Fest auf dem Gelände des Flachsrosensees aus der Taufe gehoben, das sich heute fest etabliert hat: das Backfischfest. Angeboten werden hier Fischbrötchen, geräucherten Forellen und in Bierteig gebackener Seehecht. In den ersten Jahren wurde der Fisch noch am Stück eingekauft und in Eigenarbeit filetiert. Heute werden natürlich tiefgefrorene fertige Filets verarbeitet. Damals wie heute wird atlantischer Seehecht gekauft.

Im Jahr 1979 musste sich der ASV wieder einmal (wie bereits 1964) mit dem Thema Umweltverschmutzung auseinandersetzen: Der Hellenbach sah ROT.

Der vom ASV gepachtete Bach schien durch eine ehemalige Müllkippe verseucht zu sein. Der Verein erstattete Anzeige gegen unbekannt, woraufhin die Behörden dem ASV die Pacht entzogen. Diesem - nicht nachvollziehbaren - Schritt folgte lange nichts, bis die Stadt Hanau aufwendig Gewässer und Umgebung sanieren musste.

Anfang 1985 wurde mit der Firma Braun ein Kaufvertrag über einen Teil des Tistra-Sees vorbereitet. Die Stadt Hanau erhob Einspruch gegen diesen Vertrag und pochte auf ihr Vorkaufsrecht. Im März 1987 verlor der ASV nach 15 Jahren Pacht die Fischrechte im gesamten Gewässer. Die Stadt Hanau erwarb den See und schloss ihrerseits mit dem ASV einen Pachtvertrag ab, so dass eine weitere Nutzung für die Mitglieder des ASV gewährleistet war.

Zur selben Zeit erwarb der ASV mit eigenen Mitteln ein kleines Gewässer im Landschaftschutzgebiet am Main in der Nähe des Flachsrosensees. Dieses Gewässer wird bis heute als Biotop geführt und von Raubfischen freigehalten, um Amphibien ein Überleben zu gewährleisten. Mehrmals über Jahre verteilt erfolgte ein Besatz mit Bitterlingen und Teichmuscheln.

Für dieses Projekt erhielt die Jugendgruppe des ASV mit ihren Leitern Thorsten Below und Stefan Hensel den Jugendumweltpreis der Stadt Hanau. Zudem wurde dem ASV (1. Vorsitzender: Erwin Mayer) die Ehrenplakette des Main-Kinzig-Kreises für Landschaftsschutz verliehen.

In den Jahren 1992/1993 wurde das Vereinsheim vollständig renoviert und so umgebaut, dass die bis dahin selbst bewirtschaftete Gaststätte ab dem 01.04.1993 verpachtet werden konnte.

Im Juni 1994 erfolgte die Einweihung des Fischlehrpfades am Flachsrosen - See, der ebenfalls durch die Jugendgruppe des ASV aufgebaut wurde. Die von der "Petri-Stiftung" erworbenen Tafeln zeigen einen Teil der heimischen Süßwasserfische und ihr Verbreitungsgebiet.

Im Februar 1995 wurde der Flachsrosensee und das gesamte Gelände des Vereins durch ein Mainhochwasser überschwemmt. Durch den Ufereinbruch am Flachsrosensee stand das Wasser bis zur Terrasse des Vereinsheimes. Mit Hilfe der Klein-Auheimer Feuerwehr konnte verhindert werden, dass das Wasser auch in das Vereinsheim eindrang. Der in den Flachsrosensee strömende Main brachte auch neue Fischarten mit. Seitdem werden im See z. B. Giebel gefangen. Dank der Unterstützung durch den damaligen Stadtrat Kress und die Seligenstädter Gruppe des THW erfolgte im Juli 1995 der Neuaufbau des durch das Hochwasser eingestürzten Ufers am Flachsrosensee.

Im Oktober 1997 ließ der ASV durch die Hanauer Landschaftsarchitektin Uschi Gräbner eine Bestandsananlyse für den Flachsrosensee erstellen. Hierdurch sollten Entwicklungsmöglichkeiten aufgezeigt werden, die langfristig eine Verbesserung der Wasserqualität erbringen. Zudem sollte ermittelt werden, wie durch Neuanpflanzungen standortgerechter Gehölze die Anlage optimal in die landschaftliche Umgebung eingebunden und nicht zuletzt die Gefahren der Ufererosion eingedämmt werden können.

1998 war die immer wieder sporadisch auftretende Verkrautung der stehenden Gewässer in der Region so stark, dass geeignete Maßnahmen ergriffen werden mussten. Es gelang dem damaligen 1. Vorsitzenden Jürgen Niederdräing die Fa. Wilhelm zu bewegen, den Flachsrosensee als Demonstrationsort für den Einsatz von Mähbooten auszuwählen. Im Juni wurde der See unter großem Interesse der örtlichen Presse und benachbarter Angelsportvereine entkrautet.

Durch seine sportlichen wie auch seine gesellschaftlichen Veranstaltungen nimmt der ASV im Vereinsleben in Klein-Auheim einen wichtigen Platz ein. In einer Zeit, in der jeder im harten Existenzkampf des Alltags steht, bietet der ASV die Möglichkeit einer sinnvollen Freizeitbetätigung. Das vorbildlich angelegte Gewässer und die gemütlich gestaltete, verpachtete Gastwirtschaft sind ideale Voraussetzungen dafür.

Unsere Mitglieder leisten auch zum heute viel zitierten Umweltproblem durch tätigen Einsatz in ihrer Freizeit im Sinne der Allgemeinheit sehr viel Gutes. Die Reinhaltung unserer Gewässer und die Pflege der Natur sind für den ASV eine wichtige Aufgabe.

Mit Stolz kann unser Verein eine Wasserfläche von ca. 15 Hektar präsentieren. Das gibt uns die Möglichkeit, durch gut organisierte und überdurchschnittlich besuchte Veranstaltungen eine gesunde Finanzpolitik zu betreiben. So dürfen wir abschließend festhalten, dass sich unser Verein als echte und profilierte Gemeinschaft im Stadtteil Klein-Auheim fest etabliert hat.

Allen Mitgliedern und Gönnern des ASV, die innerhalb dieser 75 Jahre Vereinsgeschichte dazu beigetragen haben, dass aus einer kleinen Hobbygemeinschaft der heutige Angelsportverein geworden ist, möchte der Vorstand im Jubiläumsjahr abschließend nachdrücklich und herzlich danken.

Bei dem bestehenden Sportfischergeist und dem Aufwärtstrend, den der Verein durch die immer wieder zu uns findende Jugend erfährt, besteht die beste Aussicht, dass der Angelsportverein "Petri-Heil" 1926 Klein-Auheim e. V. noch so manches Jubiläum feiern wird.






 
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